14. Februar 2012
Was ist Supervision und wie wird Erfolg in der Supervision definiert? Hilfreiche Methoden in der Supervision für Teams und Organisationen
Ich greife mal voraus und gehe hier nicht auf die ganze Entwicklungsgeschichte von Supervision ein.
Supervision ist ein eingeführter Begriff in der Sozialen Arbeit. Ursprünglich aus dem amerikanischen aufgegriffen und vom Grundsatz her in USA als Qualitätsinstrument für Arbeitsprozesse gedacht.
Supervision in Europa dient in erster Linie der Reflexion und Beratung von Menschen, die in der Sozialen Arbeit tätig sind.
Methodisch liegt der Ursprung in der Herangehensweise im psychoanalytischen Hintergrund. Im Laufe der Jahre sind dann Konzepte der Gruppendynamik, Psychodrama, Case-Management-Ansätze, systemische Therapie und NLP hinzugekommen. Supervision gab es schon vor dem Coaching.
Allgemein wird behauptet dass Coaching höherpreisig angeboten wird und mehr im Zusammenhang mit Business, Karriere und Wirtschaft verankert ist, während Supervision im Sozialbereich eine große Rolle spielt.
Viele Techniken sind in beiden Verfahren gleich oder zumindest sehr ähnlich.
Was gehört zu erfolgreicher Supervision?
Da Erfolg eine Nominalisierung darstellt und tiefengrammatikalisch nur vom jeweiligen Beobachter definiert werden kann, tue ich dies hier einmal aus meiner Perspektive als systemischer Supervisor.
- Eine Erfahrung kann man sich nicht ersitzen, sondern eher erlaufen
- viel assoziieren (im Psychodrama wird darauf Wert gelegt) – Jeder Schauspieler, der seine Rolle gut ausfüllt ist höchstwahrscheinlich maximal assoziiert. Ich nutze zum assoziieren in letzter Zeit häufig die Hypnose in Supervision.
- Rollenspiele machen (das geht in die gleiche Richtung). Man ist in Bewegung und arbeitet probehandelnd neue Verhaltensweisen oder erhält ein gutes Gefühl dafür, was im Beziehungssystem denn überhaupt so los ist.
- Der Einsatz von Symbolen, Karten usw. – Das dient der Externalisierung. Jedes Problem, welches schon einmal aufgeschrieben ist und auf einer Karte steht wird leichter besprechbar und ist external weniger emotional spürbar.
- Visualisierung – vorzugsweise auf Flip-Chart oder White-Board. Mind Maps stellen auch gute Möglichkeiten zu visualisieren dar. Dabei wird das Thema (Ziel oder Problem) in die Mitte geschrieben und dann ganz assoziativ und schnell weiter verfeinert und ausgearbeitet.
- Aufstellungsarbeit – systemisch/phänomenologisch. Die Vertreter des gesamten Teams, der Familie, der Abteilung, der Geschäftsführung usw. werden durch Stellvertreter dargestellt. Hier zählt immer nur der Platz und die Blickrichtung, die der ufsteller zuweist. Sodann berichtet jeder aus seiner Rolle und zum guten Ende können neue Lösungen ausprobiert werden.
- Zeitlinienarbeit(Timelinearbeit) – originär aus dem NLP stammend. Ein Ziel wird in aller Regel auf der Zeitlinie mit Hilfe einer Karte oder eines Symbols verankert. Dann wird sowohl dissoziiert (von aussen betrachtet), wie auch assoziiert (s.o.) dieses Ziel erfahrbar gemacht
- Skulpturarbeit – eine frühe und andere Form der Aufstellungsarbeit. Der Skulpturierer wird zum Bildhauer und Künstler und skulpturiert sein Zielbild oder sein Problembild. Geht zurück auf die frühen Arbeiten von Fred und Bunny Duhl und David Kantor.
- Genogrammarbeit – Visualisierung von Organisationsstrukturen mit Jahreszahlen und Wechseln innerhalb von Leitung und Mitarbeiterschaft mit dem Ziel zu verstehen und Hypothesen zu bilden, die ein tieferes Verständnis der Organisations- und Teamproblematik ermöglichen.
- Hypothesenbildung durch zirkuläres Fragen – einerseits um auf der Beziehungsebene zu intervenieren und auch um Hypothesen zu bilden und Überzeugungen und Anschauungen zu hinterfragen
- Kraftfeldanalyse – was sind die wichtigsten fördernden und hemmenden Faktoren innerhalb des Teams oder der gesamten Abteilung und Organisation?
- Methaphern/Geschichten – Was wird über die Arbeit erzählt? Welche neuen Geschichten können für die Zukunft entwicklet werden, die eine bessere zukunft ermöglichen?
- Moderationsmethode – ein demokratisches Modell der Entscheidungsfindeung innerhalb von Gruppen. Wurde um die Quickborner Gruppendynamiker herum Ende der 60-er Jahre entwickelt. Ist vielleicht bekannter unter der Arbeit mit Karten.
- Zukunftskonferenz – entwickelt von Robert Jungk an der TU Berlin, um Gruppen demokratisch an Entwicklungsprozessen zu beteiligen. Wird aufgeteilt in 3 Phasen: Kritikphase – Zukunftsphase – Realitätsphase
- Reflecting Team – entstanden aus der Arbeit von Tom Andersen und seinem Team von Norweger Familientherapeuten. Die Kraft von Beobachtung und aus dem Gruppenprozess heraustreten wird hier genutzt, um zu neuen Ideen, Gedanken und Handlungen zu kommen.
- Fragen – das Hauptwerkzeug des erfolgreichn Supervisors: Systemische Fragen, reflexive Fragen, zirkuläre Fragen (s.o), zielorientierte Fragen, lösungsorientierte Fragen, Fragen, die die Selbstwirksamkeit von Mitarbeitern erhöhen uvm.
- Humor macht vieles leichter und verändert die Perspektive
Was ist Ihre Erfahrung zum Thema “Erfolg in der Supervision”?
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